Der zeitnahe, umfassende und gleiche Zugang zu wichtigen unternehmensbezogenen Information ist eine wesentliche Voraussetzung für die Funktion von Aktienmärkten. Daher werden Ausmaß und Frequenz dieser Informationen einheitlich vorgegeben. Diese Vorgaben, im Sinne der gesamteuropäischen Harmonisierung im Kern auf Richtlinien der Europäischen Union basierend, können durch Gesetze und Verordnungen, aber auch durch privatrechtliche Verträge zwischen den börsenotierten Unternehmen und der Wiener Börse AG normiert sein.

Die Regelpublizität orientiert sich an den Quartalen des Geschäftsjahres. Börsenotierte Gesellschaften, deren Aktien zum Amtlichen Handel oder Geregelten Freiverkehr zugelassen sind, müssen zum Ende des ersten und dritten Quartals eines Geschäftsjahres Zwischenmitteilungen oder Quartalsberichte vorlegen, zum Ende des zweiten Quartals einen Halbjahresfinanzbericht und zum Ende des vierten Quartals einen Jahresfinanzbericht einschließlich eines Corporate Governance  Berichts.

Diese Bestimmungen gelten nicht für Unternehmen, die am „Dritten Markt“ notieren. Dieser wird als Multilaterales Handelssystem (MTF) geführt und ist rechtlich gesehen nicht Teil des Börsehandels und unterliegt nicht dem Börsegesetz.

Abgesehen von der Regelpublizität sind Unternehmen verpflichtet wichtige Informationen im Rahmen der ad-hoc-Publizität möglichst unverzüglich öffentlich zugänglich zu machen und damit allen Investoren zur Verfügung zu stellen. Diese Regelung dient dazu, dem Missbrauch von Insider-Informationen entgegen zu wirken.