Nachdem das Unternehmen bereits an der Börse notiert, sind viele Voraussetzungen für eine Kapitalerhöhung naturgemäß bereits vorweg erfüllt.

Formal bedarf es für die Genehmigung einer Kapitalerhöhung bzw. für die Einräumung eines genehmigten Kapitals eines Hauptversammlungsbeschlusses mit einer 3/4 Mehrheit der vertretenen stimmberechtigten Aktionäre.

Eine wesentliche Frage bei jeder Kapitalerhöhung ist die daraus entstehende Veränderung der Eigentümerstruktur; so kann ein Unternehmen durch Verwässerung des Aktienbesitzes der Altaktionäre zu einem Übernahmeziel werden.

Grundsätzlich hat jeder (Alt-)Aktionär das Recht auf Bezug von neu ausgegeben Aktien. Durch die Ausübung der Bezugsrechte können die bisherigen Aktionäre ihre prozentuale Beteiligung an dem Unternehmen wahren. Dieses Bezugsrecht kann durch Beschluss der Hauptversammlung, der mindestes 3/4 des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals umfasst, auch ausgeschlossen werden, was bei einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage notwendig ist.

Inhaltlich muss eine Kapitalerhöhung gut argumentiert sein, gegenüber den Altaktionären (deren Anteil am Unternehmen sinkt, falls sie ihre Bezugsrechte nicht nützen) aber vor allem auch gegenüber neuen Investoren: Auch bei einer Kapitalerhöhung ist eine attraktive Investment-Story notwendig, die Investoren zum Kauf der jungen Aktien bewegen kann.