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Trotz Krise – auf Wachstum programmiert
Datum: 15.06.2012
Seit dem letzten Sommer haben sich die Perspektiven für die Weltwirtschaft deutlich eingetrübt. Als exportorientiertes Land wird Österreich die Folgen der Finanz-, Schulden- und Vertrauenskrise im Jahr 2012 deutlich zu spüren bekommen. Während Österreich im Jahr 2011 noch ein reales BIP Wachstum von 3,3 % ausweisen kann, wird von der OeNB für das Jahr 2012 ein bescheidenes Wachstum von 0,7 % prognostiziert. Für 2012 geht die EU-Kommission zwischenzeitlich sogar von einem Schrumpfen der Euro Zone von 0,3 % aus.
Eines wird deutlich: Solange die Europäische Politik die Schuldenkrise in Europa nicht in den Griff bekommt, ist der Europäische Wirtschaftsraum und seine Gemeinschaftswährung mit einer Unsicherheit behaftet, die auf lange Frist gesehen zu einer hartnäckigen Rezession führen kann.
Keine optimalen Bedingungen für Wirtschaftstreibende, die der Krise trotzen und unternehmerische Chancen umsetzen wollen. Laut EIB Chef Hoyer sind vor allem mittelständische Unternehmen betroffen, bei denen zwar 80 Prozent der neuen Jobs entstehen, die aber oftmals von Banken keine Finanzierung für ihre Wachstumspläne bekommen. Die zurückhaltende Kreditvergabe wird solange andauern, wie das Bankensystem sich auf die Stärkung der Kapital- und Liquiditätsausstattung konzentriert, um die neuen regulatorischen Eigenkapitalanforderungen (Basel III und CRD IV/CRR) zu erfüllen.
Aufgrund dieser Entwicklung gehen viele Experten davon aus, dass der Private Equity Markt trotz Krise in der Zukunft auf Wachstum programmiert ist. Für diese positive Entwicklung gibt es grundsätzlich zwei starke Argumente:
Erstens: In einer Niedrigzinslandschaft mit einem reduzierten Vertrauen in die Währung suchen bestimmte Anleger verstärkt nach alternativen Veranlagungsmöglichkeiten. Hierbei handelt es sich nicht um institutionelle Investoren, wie Banken oder Versicherungen, sondern um sogenannte Family Offices, die große Familienvermögen verwalten. Aus ihrer Sicht haben direkt oder indirekt gehaltene Unternehmensbeteiligungen einen klaren Vorteil: die Erwirtschaftung einer Rendite, die mittelfristig oft über dem Niveau der Aktienbörse liegt und eine geringere Volatilität aufweist. Diese Kapitalgeber könnten in absehbarer Zeit eine neue Dynamik in das Fundraising oder in Exitmöglichkeiten von Private Equity Firmen bringen.
Zweitens: Private Equity Finanzierungen ermöglichen einem Unternehmen, seine Finanzierungsstrukturen anzupassen oder zu optimieren. Ein hoher Eigenkapitalanteil ist heutzutage in vielen Fällen eine Voraussetzung für eine Finanzierungszusage einer Bank. Die Bereitstellung von Eigenkapital ist jedoch für viele mittelständische Unternehmen schwierig, da ihnen der Zugang zum Kapitalmarkt verschlossen ist. In dieser Situation bietet sich eine Kapitalbeschaffung über Private Equity an. Ein weiterer Vorteil dieser Finanzierungsform darf nicht außer Acht gelassen werden: Ein Beteiligungsinvestor stellt zum einen mittel- bis langfristiges Kapital für Schlüsselinvestitionen zur Verfügung und unterstützt zum anderen das jeweilige Unternehmen bei strategisch wichtigen Projekten mit entsprechenden Management- und Netzwerk-Kapazitäten.
Fazit: Auch in Krisenzeiten entstehen unternehmerische Chancen, die von Unternehmen wahrgenommen werden wollen. Eine zunehmend risikoaverse Haltung vieler Banken führt zu einer Situation, in der für das zukünftige Wirtschaftswachstum wichtige Initiativen nur schwer finanzierbar sind. Im Grunde genommen ein Teufelskreis, der über außerbörsliches Beteiligungskapital durchbrochen werden kann. Daher sollte man die volkswirtschaftliche Bedeutung von Private Equity nicht unterschätzen.
Quelle: Alpine Equity/Fokus - Juni 2012, Newsletter der Alpine Equity Management AG
