Crowdfunding/Crowdinvesting ist ein relativ junges Finanzierungsprodukt, die wachsende Erfahrung und das sich entwickelnde rechtliche Umfeld führen zu einer schrittweisen Entwicklung optimaler Finanzierungsstrukturen. Besonders bewährt haben sich bislang Eigenkapitalfinanzierungen über Genussrechtsbeteiligungen und Nachrangdarlehen mit verbriefter Beteiligung am Unternehmenserfolg.

Die Gesamtsumme an gesammeltem Kapital durfte bislang 250.000 Euro nicht überschreiten – sofern nicht ein (teures) Emissionsprospekt erstellt wurde. Laut dem neuen Alternativfinanzierungsgesetz (AltFG) ist erst ab einem Emissionsvolumen von fünf Millionen Euro der volle Kapitalmarktprospekt notwendig, bei einem Volumen zwischen eineinhalb und fünf Millionen Euro ein stark vereinfachter Prospekt. Erste Voraussetzung ist somit, dass das Projekt einen maximalen Finanzbedarf im genannten Ausmaß hat.

Der Mindestbedarf ist nicht vorgegeben, aufgrund der geringen Fixkosten der Finanzierung ist Crowdfunding/Crowdinvesting schon ab wenigen tausend Euro grundsätzlich darstellbar.

Entscheidendes Kriterium für den Erfolg von Crowdfunding/Crowdinvesting ist die Fähigkeit, in kompakter Form die Vorteile des zu finanzierenden Projekts zu erklären. Nur dann wird es gelingen jene Gesamtzahl an (Klein-)Investoren zu gewinnen, die für die Ausfinanzierung des Projektes notwendig ist. Besonders wichtig ist dabei ein ausformuliertes Geschäftsmodell mit entsprechenden Wachstumsperspektiven und ein „Proof of Concept“, somit also ein (technischer) Machbarkeitsnachweis.

Meist wird im Zuge des Fundings nicht nur der Zielwert („Fundinglimit“) angegeben, sondern auch eine Mindestschwelle („Fundingschwelle“), ab der eine wirtschaftliche Umsetzung des Projekts grundsätzlich möglich ist. Wird diese Schwelle nicht erreicht, erhalten die Investoren ihren geleisteten Betrag zurück.Erfahrungen zeigen, dass sich B2C-Projekten leichter finanzieren lassen – wohl weil diese Produkte dem Erfahrungshintergrund der Investoren mehr entsprechen. Um während der Zeit des Kapitalsammelns möglichst viele Investoren zum Zeichnen von Anteilen zu bewegen, starten Unternehmen vielfach bereits im Vorfeld Werbekampagnen in sozialen Netzwerken. Sollten sich angesichts der höheren Fundinglimits (aufgrund des AltFG) auch größere Unternehmen des Crowdfunding/Crowdinvesting bedienen, müssen sie insbesondere ihre Kundenbasis motivieren entsprechende Beteiligungen einzugehen.