Aufgrund der bisherigen gesetzlichen Bestimmungen war Crowdfunding/Crowdinvesting ein Instrument der Frühphasenfinanzierung. Für größere Unternehmen war Crowdfunding/Crowdinvesting nur geeignet für die Finanzierung kleiner Spin-offs. Das neue österreichische Alternativfinanzierungsgesetz (AltFG) hebt die finanzielle Grenze für die verpflichtende Prospekterstellung markant an, folglich kann Crowdfunding/Crowdinvesting künftig auch eine Rolle in der Finanzierung von Expansionen und Akquisitionen von KMUs spielen.

Der große Vorteil des Crowdfunding/Crowdinvesting besteht darin, dass (Eigen-)Kapital als risikoadäquate Finanzierung von einer Vielzahl an Investoren aufgenommen wird, und damit kein Abhängigkeitsverhältnis von einem einzelnen Investor oder einer sehr kleinen Zahl an Investoren entsteht. Gleichzeitig ist für das Instrument eine sehr kleine Stückelung der Anteile typisch, sodass sich auch höchst risikoreiche Projekte – durch eine entsprechend große Zahl an Investoren – finanzieren lassen. Für den Investor erfolgt der Risikoausgleich dadurch, dass er sich an einer großen Zahl an Projekten mit kleinen Beträgen beteiligt.

Für Unternehmen ist Crowdfunding/Crowdinvesting oft die einzige Möglichkeit, ein entsprechend risikoreiches Projekt zu finanzieren. Stehen mehrere Finanzierungsvarianten offen, ist Crowdfunding/Crowdinvesting relativ kostengünstig. Der Vorteil liegt aber nicht nur im finanziellen Bereich:  Die „Crowd“ (= die Investoren) helfen bei der Umsetzung des Projekts durch aktive Kommunikation mit dem Unternehmen; sofern es sich um die Finanzierung von B2C-Projekten und Produkten handelt – was meist leichter vermarktet werden kann – ist die „Crowd“ auch erster Produktanwender und Feedback-Geber.

Die Abwicklung erfolgt meist über Crowdfunding-Plattformen. Diese verfügen nicht nur über die notwendige Technologie für eine reibungslose Abwicklung der technischen Seite der Finanzierung, sondern stellen auch entsprechende Verträge und sonstiges Know-how bereit.